Demut

Demut

 In Demut, mit gesenktem Haupt,

begrüße ich den neuen Tag –

mit Liebe, Dank und voller Hoffnung

seh ich ihm entgegen,

nicht wissend, was er bringen mag.

 

In Demut, mit gesenktem Haupt,

begrüße ich das neue Jahr –

mit Liebe, Dank und voller Hoffnung,

bedingungslos vertrauend;

es werde wieder wunderbar.

 

In Demut, mit gesenktem Haupt,

nach einem Leben, beseelt durch Gottes Güte -

mit Liebe, Dank und voller Hoffnung

tret ich diese Reise an,

damit er mich im neuen Land auch weiterhin behüte.
(Harald Hartl)

Lauf der Zeit

Lauf der Zeit

Ob Tag, ob Woch´, ob Monat, Jahr,

scheinbar das Ereignis weit;

nicht greifbar, nicht real, noch fern.

Ein Wimpernschlag vielleicht – ein Hauch; gefühltes Nichts.

Realisiert, erreicht – erwartet tritt das Ereignis ein.

Es ist der Lauf der Zeit.

 

Am Tag der Niederkunft, des ersten Schrei´s,

rein und nackt und frei von Schuld.

Kein Hab, kein Gut, kein Lug, kein Trug; bedingungslos geliebt.

Nach hartem Leben – voll Glück und Leid –

wird Hab und Gut dann übergeben.

Es ist der Lauf der Zeit.

 

Und sagt man dann: Er war ein guter Mensch;

und sagt man dann: Er war ein schlechter Mensch;

und sagt man dann: Im Herzen wird er stets mir bleiben;

und sagt man dann: Die Lücke niemals wird geschlossen!

Nach Tag und Woch´, nach Monat, Jahr –

Erinnerungen längst verblasst, sein Hab und Gut verprasst.

Der Schwur von ew´ger Lieb und Treu – bis in das Jenseits weit.

Er gilt nicht mehr; der Lebensmensch verliebt sich neu.

Es ist der Lauf der Zeit.
(Harald Hartl)

 

Zu deinen Ehren

Zu deinen Ehren

Wir kannten uns schon ein paar Jahr´,

wir waren zwanzig – wunderbar.

Der Jugend eben erst entschwunden;

nicht wissend was noch alles kommt

verlebten wir die schönsten Stunden

in junger Liebe – für immer!“

Ob auf der Erd´, ob auf dem Mond; uns war´s egal.

Es gab nur eins was für uns zählte:

Du warst für mich – ich war für dich

der wichtigste Mensch, der auserwählte!

 

Wir kannten uns schon zwei Jahrzehnt´.

Wir waren vierzig – wunderbar.

Die Zeit war gut, doch nicht nur schön;

es gab auch Hader, auch mal Streit –

das Glück am Prüfstand …

In Liebe vereint, dem Herzen gefolgt,

wir weitergingen – meist zu zweit.

 

Wir kennen uns nun vier Jahrzehnt´.

 Wir sind sechzig – wunderbar.

 Die Zeit gekommen … Resümee;

 die Liebe verändert – stärker denn je.

 Vertrauen, Respekt, Begehren, noch mehr –

 fortan und bis achtzig.

 Das wünsch´ ich mir sehr!
(Harald Hartl)

 

Vierzg Jahre

Vierzig Jahre

                            Vierzig Jahre ist es her,                              

wie die Zeit verflog –

ich dich sah, und mehr und mehr,

 mich es in dein Leben sog;  

vierzig Lenze sind versiegt,

Sehnsucht, Tränen, Glück, auch Streit –

doch die Liebe hat gesiegt!

Vierzig Jahre ist es her,

dass du in mein Leben tratst,

nicht zu wissen was passiert;

warst mir treu, hieltst stets zu mir –

dafür dank´ ich heute dir.

Vierzig  Jahre auf den Tag

ich dich heut wie damals mag –

werd dich den Rest des Lebens lieben,

 inniger als je zuvor;

noch einmal vierzig Jahre,

das ist´s was ich mir schwor!
(Harald Hartl)

Im Jetzt leben

Im Jetzt leben

Die Zukunft von heute

ist die Vergangenheit von übermorgen.

Das Gestern kehrt nicht wieder –

Das Morgen ist ungewiss.

Es zählt einzig und alleine das Heute;

Das Leben im Hier und Jetzt!

 Jemand der längst Vergangenes nicht loslässt,

 blockiert das Hier und Jetzt;

 der ständig pessimistisch in die Zukunt schaut, tut es ihm gleich.

(Harald Hartl)

 

Geburtstag

Geburtstag

Nicht die Anzahl der gelebten Jahre

sondern das tägliche Denken und Tun

widerspiegeln dein wahres Alter.
(Harald Hartl)

Charakter

Charakter

Eigene Schwächen nicht sichtbar zu machen

wird nicht dauerhaft gelingen,

indem man anderen Schlechtes nachsagt…
(Harald Hartl)

Fröhlichkeit versus Seelenschmerz

Fröhlichkeit versus Seelenschmerz

Fröhlichkeit übertrieben zur Schau gestellt

schließt Seelenschmerz nicht aus.
(Harald Hartl)

 

Gedanken zum Todsein ...

 

Gedanken zum Todsein…
oder ... verbleichen müssen wir alle

Es beginnt alles mit deiner Geburt. Im Idealfall drängst du, nach mehr oder weniger kuscheligen neun Monaten, die du im Mutterleib verbringen musstest, in die „große, weite Welt“ hinaus. Du wirst geboren. Aufrichtige Freude darüber verspüren naturgemäß deine Eltern, zumeist auch die Großeltern. Die Freude deiner Geschwister – so es welche gibt – hält sich nicht selten in Grenzen. Das war´s dann auch schon. Obwohl Verwande, Bekannte, Nachbarn, manchmal sogar Fremde, Glückwünsche spenden und ihre große Freude über dein Erdendasein bekunden, rangierst du in ihrer Wichtigkeitsskala weit unterhalb von Hauskatzen, Goldhamstern und Singvögeln. Von Hunden gar nicht zu reden.

Dein Leben, egal wie lange es dauern wird, ist im Vergleich zur Evolution ein unmerklicher Wimpernschlag. Wer für dich in diesem Leben wirklich wichtig ist und wer eine wahrhafte Bedeutung für dich hat, entscheidest nur du alleine. DU aber bist nur für einen sehr kleinen Kreis von Menschen wichtig. Also wirklich richtig wichtig! Dieser erlesene Kreis erstreckt sich auf deine Eltern, die Großeltern – so lange ihr Wimpernschlag andauern möge – deinen Lebensmenschen, wie Langzeitbeziehungen Neudeutsch gerne bezeichnet werden, auf deine Kinder – im Falle eines ungetrübten Eltern-Kind-Verhältnisses – und im Glücksfall auch auf einen wirklich guten Freund. Dieser Kreis ändert sich naturgemäß im Laufe eines langen Wimpernschlaglebens ständig. Großeltern und Eltern werden von dieser Welt abberufen, die Kinder – emotional längst abgenabelt – sind irgendwo im Lande, oftmals sogar auf einem anderen Kontinent, beheimatet, Freundschaften haben sich aufgelöst. Auch gute Freundschaften unterliegen zuweilen einem Ablaufdatum, wenn man sich auseinanderentwickelt. An deiner Seite ist meist nur noch dein innig geliebter oder möglicherweise gerade noch geduldeter Partner. Es ist im Grunde egal, denn jede Variante ist einer unerträglichen Einsamkeit vorzuziehen.

Dann, irgendwann nach einem gefühlt langen und doch so immens kurzen Leben – der Zeitpunkt ist in Wahrheit ohne Belang – ist die Stunde, die Minute und Sekunde gekommen, an dem auch für dich der Moment nach dem Wimpernschlag beginnt. Er kommt für uns alle, ohne Ausnahme – der Zeitpunkt des Verbleichens, besser bekannt als Zeitpunkt des Todes. Vielen Menschen ist es unangenehm, daran zu denken oder gar darüber zu sprechen. Sie schieben alle Gedanken an ihn, den Tod, beiseite. Für sie hat alles, was mit ihm zu tun hat, etwas Anrüchiges, Schreckliches, Furchterregendes, Unwiderrufliches. Verbleichen hört sich da schon angenehmer, weicher, sanfter an. Er ist verblichen. Nicht: er ist tot! Wie grauenvoll ist doch der Gedanke an das Unwiderruflich-Tot-sein! Nein, das Totsein trifft nur die anderen. Niemals einen selbst. Was passiert eigentlich, wenn wir verbleichen? Zuerst einmal muss es ein pompöses Begräbnis, eine würdige Gedenkfeier sowie einen feudalen Leichenschmaus geben. A scheene Leich, sozusagen. Mit einem endlos langen Trauerzug. Nach dem Motto: je länger desto besser … war der Verblichene. Er muss ganz einfach ein guter Mensch gewesen sein, wenn so viele ihm die letzte Ehre erweisen. Der Pfarrer und sogar der Mann der ihn nicht gekannt hatte haben es in ihren berührenden, nicht enden wollenden Grabreden ja gesagt. In Wahrheit haben sie es abgelesen. Abgelesen von Zetteln, die ihnen Hinterbliebene in die Hand gedrückt hatten. Das Wichtigste bei diesen Vorträgen ist doch, dass der Verblichene, dessen Hülle – die Seele befindet sich im günstigsten Fall bereits ganz oben – regungslos im kostspieligsten aller Särge liegt, den Trauergästen, den ach so trauernden Gästen, als ein Mensch in Erinnerung bleibt, der auch eine Heiligsprechung verdient hätte. Da spielt es keine Rolle, ob sie ihn persönlich gekannt hatten, oder eben nicht. Nur allzulange dürfen die Huldigungen an den noch vor wenigen Tagen unter uns Weilenden, nunmehrigen für immer Verblichenen, dann doch nicht andauern. Es hat doch jeder der tief berührten Anwesenden noch eine Verpflichtung, heute, nach dem Leichenschmaus, natürlich. Na wenns nix kostet!

Viele Gerüchte rund um den Verblichenen werden gestreut. Untreu sei er gewesen. Geizig auch. Schwer krank. Schon seit langem. Nein! Ein Unfall war es, der ihm den Tod gebracht hat …, oh …, sorry …, der ihn hat verbleichen lassen. Und SIE oder ER …, wie schrecklich sie leiden müssen, die bedauernswerten Hinterbliebenen. Alles nicht so tragisch, weiß ein Gerüchtestreuer aus bester Quelle. Einen Neuen, eine Neue, soll es schon geben…

Letztlich ist es egal, was über den Verblichenen vermutet, behauptet, oder ganz bewusst falsch in Umlauf gebracht wird. In ein, zwei Tagen, spätestens aber Ende der nächsten Woche, spricht niemand mehr von ihm. Oder auch von ihr. Es trauert auch nicht wirklich einer der unsäglich Trauernden um den Von-uns-Gegangenen. Im Grunde ist auch absolut nichts passiert. Außer, dass es einen einzigen Verblichenen mehr gibt, dem es jetzt völlig egal ist, wer zu seinem Begräbnis gekommen ist, wer was über ihn erzählt, und überhaupt. Er oder sie, der oder die Verblichene ist ja nur tot, verblichen eben. Sonst nichts! Und das war er oder sie schon eine halbe Ewigkeit lang vor seinem oder ihrem Wimpernschlagleben und wird es eine ganze Ewigkeit lang danach sein. Versprochen!  Verbleichen müssen wir letztlich alle einmal … 

(Harald Hartl)